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DAS PROBLEM

In Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, leben schätzungsweise 50.000 Menschen auf der Straße. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Hinzu kommen circa eine halbe Millionen Menschen, welche unter meist unwürdigen Bedingungen in Notunterkünfte eingepfercht werden. Die Zahl der Obdachlosen in Siegen liegt nach Schätzungen bei 1.100, also ca. 1% aller Siegener.

DIE GEWALT

Es werden landesweit jährlich bis zu 2.200 Straftaten gegen Obdachlose dokumentiert, viele weitere werden nicht gemeldet. Die meisten Schlafen mit offenen Schlafsäcken, aus Angst im Schlaf angezündet zu werden. Jedes Jahr erfrieren ca. 20 Obdachlose in Deutschland, die Hitzetoten in den immer heißer werdenden Sommern werden nicht erfasst.

DER TEUFELSKREIS

Die Lüge „In Deutschland muss doch niemand obdachlos sein“ ist inzwischen zur allgemein gültigen Meinung geworden. Die Lebenskrise Obdachlosigkeit, kann aber nahezu jeden treffen. Es gibt kein Recht auf Wohnung in Deutschland, und wer die ohnehin steigenden Mieten nicht zahlen kann, landet auf der Straße. Ohne Wohnung findet man keine Arbeit und ohne Arbeit keine Wohnung. Wobei jeder weiß, dass es auch unter perfekten Bedingungen nicht immer einfach ist eine Wohnung zu finden. Obwohl an allen Ecken und Enden Spekulationsobjekte freistehen.

DIE FOLGEN

Auf der Straße leben bedeutet durchs Raster fallen, sich in einer Abwärtsspirale aus Stress befinden, die den Tag und die Kapazitäten einnimmt, aus der wenn überhaupt nur sehr schwer ein Ausweg zu finden ist. Lebt man auf der Straße wird man um ein Vielfaches öfter Opfer von Gewalttaten, Opfer von Ausgrenzung und Vertreibung, Opfer von Drangsal durch die Polizei. Der Staat tritt für Betroffene oft als Barriere auf.

DIE VERDRÄNGUNG

So fand besonders in den letzten Jahrzehnten eine zutiefst menschenfeindliche Architektur ihren weg in Innenstädte weltweit. Auch in Siegen kann man die sogenannte „Defensive Architektur“ begutachten. Ob Einweg-Mülleimer, um Pfandsammler zu verdrängen, Umzäunte Überdachungen unter Brücken und Vorsprüngen, oder unnötige Armlehnen oder Bügel auf Parkbänken, damit es sich dort ja niemand gemütlich machen kann. Obdachlose, welche nach der Neo-Liberalen Ideologie ohnehin einzig und allein selbst schuld an ihrer Miesere sind, stören nun mal die Großstadtidylle.

DAS FAZIT

Natürlich ist das alles zutiefst menschenfeindlich und natürlich geht es hier nicht um die lösungsorientierte Auseinandersetzung mit einem Problem. Es geht einzig und allein um Verdrängung und Vertreibung. Aus den Augen, aus dem Sinn.

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